·Gestaltung #5
Typografie, Satz, Umschlag
Kremayr & Scheriau Verlag
978–3–218–01305–5
Monsieur Orient-Express erzählt zwei Geschichten : die eines Mannes und die einer Idee, welche das Reisen nachhaltig veränderte. Georges Nagelmackers, Gründer des Orient-Express, steht im Mittelpunkt — sein Leben, sein Ehrgeiz, seine Rückschläge und sein Triumph. Das Buch bewegt sich dabei bewusst zwischen dokumentarischem und literarischem Anspruch.
Reisen war im 19. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit, sondern ein exklusives Unterfangen für jene, die es sich leisten konnten. Diesen Geist trägt das Buch in seiner Aufmachung weiter. Das beginnt im Umgang mit Weißraum : Weite Ränder und großzügig bemessene Zeilenabstände verleihen dem Satz Leichtigkeit und Eleganz. Man gewinnt sofort den Eindruck, dass hier nicht gespart wurde — eine inhaltlich motivierte Entscheidung. Sie übersetzt das Versprechen des Orient-Express unmittelbar in die Typografie.
Behutsam eingesetzte Ornamente verkörpern weniger Nostalgie als eine ästhetische Verbundenheit mit jener Zeit, aus der die Geschichte stammt. Zeitgemäßes und Historisches halten in der Buchgestaltung die Balance. Die farbenfrohen Reiseplakate des 19. Jahrhunderts — in ihrer Epoche meisterhafte Werbegrafik, heute Dokumente einer verlorenen Anmut — erhalten den Raum, den sie verdienen. Bild und Text greifen ineinander, ohne dass eines das andere dominiert. Zahlreiche Illustrationen setzen Akzente, verleihen dem Erzählten ein visuelles Gedächtnis und erinnern daran, dass der Orient-Express nicht nur ein Zug war, sondern auch eine Verheißung.
Fotos :
Studio Rathmayer